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Basale Interaktion im Projektmanagement von Heike Guttenbacher

Das Konzept der „Basalen Interaktion“ (BI) stellt die Beziehung zu sich selbst und die Beziehungsgestaltung mit dem Klienten in den Vordergrund. Dabei stehen die Gesundheitsentwicklung, der Beziehungsaufbau, die Bedürfnisorientierung, die Fähigkeiten und die Entwicklung der Selbstwirksamkeit, sowohl beim Bewohner als auch beim Anwender im Vordergrund.

Die Säulen der BI unterstützen den Beziehungsaufbau und die Beziehungsgestaltung über Bewegung, Berührung, Atmung und Musik.

Die Elemente der BI können zur Prophylaxe genutzt werden, wie z.B. Dekubitus-, Pneumonie-, Kontrakturen-, Sturz- und Habituationsprophylaxe.

Die Angebote unterstützen somit auch die Umsetzung der Expertenstandards, wie z.B. Beziehungsgestaltung in der Pflege, von Menschen mit Demenz, Dekubitusprophylaxe, Schmerzmanagement, Sturzprophylaxe, Erhaltung und Förderung der Mobilität.

BI versteht sich nicht als eine zusätzliche Maßnahme, sondern ist eine Haltung, die in die tägliche Pflege integriert wird.

Die Anwender passen ihre Vorgehensweise individuell in kleinen Schritten an ihren Klienten an. Ablauforientierung und Routine treten dabei in den Hintergrund.

Pflege und Betreuung anders zu denken und auszuführen, bedeutet für die Anwender sich von altbekannten Routinen zu verabschieden. Damit verbunden ist zunächst ein höherer Zeitaufwand, da die Behandlung (Pflege) anders ausgeführt wird und neue Methoden erlernt werden müssen. Bestehende Arbeitsabläufe / Routinen müssen reflektiert und ggf. verändert werden. Die Schulungen reichen nicht dazu aus eine dauerhafte Verhaltensänderung zu erreichen. Die Verhaltensänderung benötigt Zeit, entsprechende Rahmenbedingungen und eine aktive, persönliche Auseinandersetzung in der täglichen Arbeit.

Faktoren, die eine Umsetzung der BI beeinflussen:

  • Haltung des Unternehmens zur Entwicklung der Führungskräfte
  • Unternehmenskultur und Menschenbild
  • Erwartungen der Vorgesetzten (Pflegedienstleitung, Heimleitung, Bereichsleitung) sind nicht immer klar und verständlich formuliert und schriftlich fixiert.
  • Haltung der Führungskraft
  • Die eigene Motivation zur Veränderung ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Implementierung.
  • Die Integration von Neuerungen benötigt Disziplin, den Veränderungsprozess, trotz widriger Bedingungen, am Leben zu erhalten oder nach einer Talfahrt wieder aufzugreifen.

Die 5 Merkmale der Basalen Interaktion

  1. Die Interaktion fängt immer beim Anwender selbst an.
  2. Arbeite zunächst dort, wo der Behandlungsbedürftige seine Ressourcen hat und etwas gut kann.
  3. Hebe seine Stärken (Ressourcen) hervor.
  4. Die Interaktion entwickelt sich schrittweise und ist reflektiert.
  5. Das Ende der Interaktion ist offen

Was heißt das: Die Interaktion fängt immer beim Anwender an und wie entwickle ich Selbstmitgefühl?

  • Ich beginne meinen Tag, indem ich mir meiner besonderen Fähigkeiten und Talente bewusst werde.

  • Ich bin bereit heute etwas Außergewöhnliches (gegen meine Gewohnheiten) zu tun.

  • In meinem Arbeitsfeld gehe ich ganz bewusst und langsam zu meinem nächsten Klienten, denn es ist mir wichtig, mit mir selbst in Berührung zu kommen, bevor ich in die Interaktion mit meinem Klienten gehe.

  • Bevor ich das Zimmer betrete, halte ich einen kleinen Moment inne, - mache eine „Momentpause.“ (Es ist neurowissenschaftlich nachgewiesen, dass Menschen, die Pause machen, kreativer und leistungsstärker sind.)

  • Ich setze mich zu Beginn der Interaktion zu meinem Klienten und mache eine 10 Sekunden Pause.“ Nicht die Zeit rennt, ich renne.“ Ich komme bei mir an und beobachte z.B. 4 Atemzüge meinen Atem oder richte meine Aufmerksamkeit auf etwas ganz Besonderes in meinem Leben.

  • Ich beende jede Behandlung ganz bewusst und komme für einen kleinen Augenblick wieder ganz bei mir an.

  • Es vergeht kein Arbeitstag, in dem ich nicht etwas Besonderes plane und gemeinsam mit meinem Klienten umsetze.

  • Es ist mir bewusst, dass ich nicht jedem und allem gerecht werden kann und das ist okay.

  • Ich beende meinen Dienst /Tag, indem ich meine Aufmerksamkeit auf die positiven Erfahrungen und erreichten Ziele richte.

Grundkurs: "Basale Interaktion" im Saarland mit dem Begründer Michael Meyer

Wir möchten darauhinweisen, dass wir in diesem Jahr nur noch einen offenen Grundkurs "Basale Interaktion" vom 26.-27. November anbieten können. Wir folgen damit einer Einladung des Demenz-Vereins Saarlouis.

Durch die zahlreichen Inhouseschulungen ist es zur Zeit leider nicht möglich weitere Grundkursangebote zu machen. Wir bitten dafür um Verständnis und emphehlen eine frühzeitige Anmeldung.

Das Konzept „Basale Interaktion©“ ist erlebnisorientiert und richtet sich zunächst einmal an den Anwender selbst. Es geht dabei um die Entwicklung der "Inneren Achtsamkeit" und Selbstreflexion. Es werden dabei gezielt vier Sprachen eingesetzt, die jeder versteht: Berührung, Bewegung, Musik und Atem. Sie kennen keine Demenz und keine Pflegebedürftigkeit. Sie lernen unspektakuläre Berühungs- und Bewegungs­aktivitäten kennen, die Ihre Klienten unterstützen, ohne sie zu überfordern. Es werden auch Ateminteraktionen einge­übt, die es möglich machen mit Hilfe eines bewussten und tieferen Atems Anspannung, Angst oder Schmerz zu lindern. Im Atem zeigen sich alle Gefühle und Befindlichkeiten eines Menschen. Verändert sich sein Atem, verändern sich seine Gefühle.

Inhalte:

Lebensfreudestrategien und Stressvermeidung

Wert­schätzende Kommunikation

Berührungsfertigkeiten

interatkive Bewegungsförderung

Ateminteraktionen

Bedeutung von Musik in der Begleitung pflegebedürftiger Menschen

Fortbildungsort: Demenzverein Saarlouis, Fort- u. Weiterbildung, Walter-Bloch-Str. 6, 66740 Saarlouis

Weitere Infos: https://www.demenz-saarlouis.de/nc/demenzverein-saarlouis/weiterbildungen/detailansicht/news/detail/News/21-22-kompetenz-in-der-pflege-basale-interaktion-r/

Im folgenden Link finden Sie den Kursflyer.

https://www.demenz-saarland.de/fileadmin/user_upload/demenzverein_saarlouis/Dateien/2020/2022_Basale_Interaktion.pdf

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